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CEW-Damenfahrt am 1.Oktober 2011 nach Maastricht 
Morgens früh um 6:30 Uhr startete unser Bus in Richtung Holland. Nach einer schönen und ruhigen Fahrt erreichten wir nach 2 Stunden unser Ziel Maastricht. Bereits 500 v.Chr. gab es eine keltische Ansiedlung an einer durchwatbaren Stelle der Maas. Die zur Herrschaftszeit des Kaisers Augustus errichtete Brücke bildete die Ausgangsbasis für eine erste römische Niederlassung, Traiectum ad Mosam (Überfahrt an der Maas).
Maastricht, die heutige Hauptstadt der Provinz Limburg, begrüßte uns mit menschenleeren Straßen, alles war noch geschlossen. Wir fanden keinen Kaffee und keine Toilette, dringende Bedürfnisse konnten noch im Bus verrichtet werden.
An einer Eckkneipe nutzten wir Tische und Stühle für den ersten Umtrunk und Ellen köpfte ihre mitgebrachte Sektflasche.
Wir schlenderten durch die stillen Straßen und auf dem Rathausplatz begrüßte uns Johannes Petrus Minckeleers mit einem flammenden Bunsenbrenner in der Hand.
Minckeleers war Professor für Naturkunde und entdeckte 1784 beim Erhitzen von Steinkohle das Leuchtgas, 1854 wurden in Maastricht die ersten Gasleitungen verlegt, um damit die Straßenbeleuchtung zu versorgen.
Nach einer kurzen Kaffeepause schlenderten wir durch die allmählich sich füllenden Gassen.
Auf die Besichtigung der Servatiusbasilika verzichteten wir, man verlangte Eintritt, und die Liebfrauenkirche war gefüllt mit Trauergästen, sodass wir nur bis zur Marienkapelle kamen.
Um 12 Uhr starteten wir zu einer Schiffstour auf der Maas mit kombiniertem Grottenbesuch. Die Rundfahrt auf der Maas führte uns entlang der Stadt, dem Regierungsgebäude der hiesigen Provinz und zum St. Pietersberg, wo wir das Boot zu einer Führung durch die Mergelgrotten verließen. Vom Anleger ging es in einer kleinen Wanderung hoch zum Ausgangspunkt der Grottenbesichtigung.
Der Aufstieg lohnte sich, denn hier oben hatten wir einen herrlichen Ausblick über die Maas und einen kleinen Hafen.
Die Besichtigung war äußerst erlebnisreich. Ganz zu Beginn wurde man gefragt: "Hast du Angst im Dunklen?" Aber diese Frage war durchaus gerechtfertigt. Denn in den Grotten herrscht totale Dunkelheit, es dringt kein Tageslicht hinein. Auch die eigentliche Führung wird nur durch ein paar Gaslaternen beleuchtet.
Das ist nicht nur aufregend, sondern auch richtig romantisch. Jo, unser Grottenbegleiter war ein echter Glücksgriff! Er war äußerst bewandert in der Geschichte der Mergelgrotten.
Jo beantwortete alle unsere Fragen mit Wissen und Humor, sodass die einstündige Führung durch die Grotten wie im Flug verging.
Schnell wurde uns klar, warum die Grotten nicht auf eigene Faust erkundet werden dürfen. Schon nach wenigen Metern hatten wir alle die Orientierung verloren, so verwinkelt sind diese Grottengänge. Besonders erstaunlich fanden wir, wie hoch diese Gänge sind, kein Vergleich mit engen Tropfsteinhöhlen, wie man sie aus Deutschland kennt. Die Gänge hier sind ca. 10 Meter hoch und recht breit.
Dieses unterirdische Grottensystem des St. Pietersberg wurde ja auch nicht von der Natur geformt, sondern von Menschenhänden, die ein Labyrinth aus Bergwerksgängen aus der uralten Schicht an weichem Kalkstein gesägt und gehackt haben. Was man noch sieht, sind die Überreste des Labyrinths, die die Blockbrecher zurückgelassen haben, insgesamt existieren heute noch 6000 Gänge mit einer Gesamtlänge von 70 km.
Wie uns Jo erklärt hat, lebten hier früher ganze Familien, denen es nicht erlaubt war, nach
Maastricht einzureisen und während des 2. Weltkrieges schützte sich die Maastrichter Bevölkerung vor den Bombenangriffen.
In der Grotte kann man wirklich herrliche Schwarz-Weiß-Gemälde bewundern.
Die Grottenführung war nicht nur spannend und interessant, sondern hat dank unseres Führers Jo für echte Unterhaltung gesorgt. Voller Elan, mit viel Wissen und Humor hat er unsere Gruppe durch die Höhle geführt und dafür gesorgt, dass wir nicht nur ein Stückchen holländischer Geschichte erfahren, sondern auch Einblick in das Denken und Fühlen der Niederländer bekommen.
Nach der Grottenführung konnten wir dann ein späteres Boot weiter bis zur belgischen Grenze und wieder zurück nach Maastricht nehmen. Insgesamt dauerte dieser Ausflug ca. 3 Stunden und bot viel Interessantes über die Region.
Zum Abschluss wanderten Ellen, Elsbeth und Waltraud noch einmal durch die mittelalterlichen Sträßchen und wir anderen fünf - Annemie, Bärbel, Inge, Irene und Renate - setzten uns beim herrlichsten Sonnenschein auf die Maas-Promenade und stärkten uns mit einer köstlichen Pizza.
Auch die Rückfahrt verlief wunderbar, wir erreichten Essen gegen 19:30 Uhr und waren alle zufrieden mit dem herrlichen Tag.
Ahoi
Renate und Inge
Fotos: Irene Neuser Stadtprospekt


